LED-Irrtümer... oder wie beurteile ich ein LED Leuchtmittel?

Früher war es einfach: man kaufte eine 60 Watt Glühlampe und wusste, was man bekam. Wollte man etwas mehr Licht, dann kaufte man eben eine 75 Watt Lampe, wenn weniger dann eine 40 Watt Glühlampe. Außer einer Watt-Angabe, vielleicht noch ob matt oder klar, waren keine Informationen notwendig. Allen war alles klar. Bei den Energiesparlampen war es dann wieder so ähnlich. Hier musste der Sockel richtig sein und 13 Watt waren eben 13 Watt.

In der LED Technik ist es aber anders. Es werden Unmengen an verschiedenen LED-Leuchtmittel angeboten, die zwar den gleichen Namen bekommen (LED-Glühlampe, was sie nicht sind), aber mit unterschiedlichster Technik angeboten werden. Somit leuchten diese Leuchtmittel alle unterschiedlich. Und zwar in Farbe, Helligkeit, Abstrahlwinkel usw. Erstmals fällt das Kriterium "Leistung", also die Angabe Watt als alleiniges Kriterium, weg. Denn diese Aussage alleine kann kein LED-Leuchtmittel  beschreiben. Die Reduzierung auf die Watt-Angabe wäre so, als wollte man die Größe eines PKW ausschließlich nach einer PS-Angabe beurteilen (also: mehr PS gleich größeres Auto). Dass das nicht richtig ist, wissen alle.

LED Fragen

Heute ist es viel entscheidender, wie viel Lumen (=Lichtstrom) bei welchem

Abstrahlwinkel erzeugt wird. Hier ein Beispiel:

LED Lumen und Watt

Nehmen Sie ein LED-Leuchtmittel MR16, Sockel GU 5,3, für den Niedervolt (=12V) Einsatz. Hier gibt es z.B. einen Strahler mit 25 Grad Abstrahlwinkel und 130 Lumen. Dieses Leuchtmittel können Sie getrost in den Mülleimer werfen, es wird Ihnen keinen Ersatz für bisherige Halogenleuchtmittel liefern. Sie erhalten einen kleinen aber hellen Lichtpunkt, das war's. Nehmen Sie dagegen einen MR16 Strahler mit 60 Grad Abstrahlwinkel und 350 Lumen: sie erhalten einen lichtdurchfluteten Raum mit einer wunderbaren Lichtverteilung und -helligkeit. Ob diese Strahler nun 4, 6 oder 8 Watt haben, spielt keine Rolle.   Es kann natürlich sein, dass Sie nur ein kleines Objekt beleuchten wollen. Hier wäre also ein 25 Grad abstrahlendes Leuchtmittel gerade richtig. Aber schon droht die nächste Falle: wie blau ist das Licht denn? Schlecht gemachte billige weiße LEDs gibt es zuhauf. Das angewendete Phosphorverfahren ist häufig nicht ausreichend, die notwendigen Blauanteile hinreichend zu filtern. Der Blauanteil als solcher macht das Licht unwirklich und erzeugt beim Menschen eine innere Unruhe.

Übrigens: achten Sie, darauf eine Angabe zum Lichtstrom des Gesamtsystems zu erhalten. Also der Lichtstrom, der auch tatsächlich aus dem Gesamtsystem abgegeben wird. Hier wird häufig in die Irre geleitet, in dem der Lichtstrom der LED-Chips angegeben wird. Dieser ist selbstverständlich um einiges höher, was dann nach mehr Effizienz klingt. Entscheidend ist aber was aus der Leuchte herauskommt und nicht was in das System hinein gegeben wird, also theoretisch möglich wäre. Wir geben übrigens bei allen Produkten immer den abgegebenen Lichtstrom des Systems an, also das was auch rauskommt. 

P.S.: bei der Leistungsaufnahme eines Systems gibt es ähnliche Schummeleien...

Ein weiteres Kriterium für die Auswahl eines LED Leuchtmittels ist die Lichtfarbe. Umso niedriger die angegebene Farbtemperatur in Kelvin ist, umso wärmer ist das Licht. Eine alte Glühlampe hat etwa 2.720 Kelvin, ist also warm. Wenn Sie heute ein Leuchtmittel mit 6.000 Kelvin kaufen, dann kaufen Sie sehr kaltes Licht (also sehr weiß, z.T. schon ins bläuliche gehend). Dieses kalte Licht kann nur dort eingesetzt werden, wo helles Licht ohne Wohlfühlfaktor gebraucht wird.

Farbtemperatur-Kelvin

Bei einer High Power Lösung wird nur ein LED Chip zum Leuchten gebracht. Voraussetzung dafür ist ein guter LED Chip. Es gibt eine Reihe guter Chips. Die bekanntesten und zugleich auch Weltmarktführer sind LEDs der Firma CREE. Aber auch z.B. Nichia ist hier führend. Diese Weltmarken garantieren Höchstleistungen in der Lichtqualität, Lichtfarbe und in der Langlebigkeit.

Farbwiedergabe und TM-30-15 Auswertung mit Fidelity-Gammut Index

als RA oder auch als CRI bezeichnet. Dieser Wert ist ein unabdingbarer Bestandteil der Lichtqualität. Die Farbwiedergabe gibt an, wie gut das Lichtspektrum der verwendeten Lichtquelle Farben wieder geben kann. Im Idealfall wäre der Wert also 1 (oder eben 100). Aber das erreicht selbst die Sonne auf der Erdoberfläche nur unter Idealbedingungen. Die Lichtfarbe ist zwar wichtig, aber mit einer zu niedrigen Farbwiedergabe nutzen Ihnen auch 2.700 Kelvin nichts. Gelbes Licht verschlechtert zwar unsere Sehempfindlichkeit, aber fehlende Farben werden unweigerlich zu einem Unwohlsein führen. Das gilt selbstverständlich und noch ausgeprägter bei höheren Farbtemperaturen. In Innenbereichen sollte immer eine Farbwiedergabe von größer 80, idealerweise größer 90, garantiert sein.

Eine sehr aussagekräftige Darstellung zur Lichtqualität ist die TM-30-15 Kurve sowie der Fidelity Gammut Index. Hier zeigen und erklären wir eine TM-30-15 Auswertung und stellen den Fidelity-Gammut-Index dar --> Lichtbeurteilung nach TM-30-15      

Lebenswichtig aber auch gefährlich.

Die Infrarote Strahlung (IR)

Die Infrarotstrahlung, auch Wärmestrahlung  genannt, wird vom Körper und Gegenständen absorbiert und in Wärme umgewandelt. Natürliche IR-Strahlen gehen von der Sonne oder einem Feuer aus. Aber auch von künstlichen Lichtquellen die keinen oder nur geringen IR-Schutz bieten.

Ultraviolette Strahlung  (UV) -A und -B

UV-A Strahlung  ist für eine braune Haut verantwortlich, wobei die UV-B Strahlung den Vitamin D Haushalt im menschlichen Körper anregt. Eine Gefahr  für den Menschen entsteht bei langfristiger und intensiver Einstrahlung. Wie bei der IR-Strahlung gibt es natürliche und künstliche Lichtquellen und Wirken auf dem menschlichen Körper, bei längerem Kontakt, schädlich.

Genauso wie UV-Strahlen (ultraviolettes Licht) den menschlichen Organismus schädigen kann, beschleunigt die UV-Strahlung das Ausbleichen und mindert somit den Wert und die Haltbarkeit von z.B. Möbeln, Kleidung, Bildern usw.

 

Für Ihre Sicherheit: Alle unsere LEDs sind frei von UV- und IR-Strahlen.

 UV-und-IR-Strahlen.jpg

Wobei wir schon beim nächsten Thema wären: die Lebensdauer. Gute LED Chips schaffen theoretisch immer mehr als 100.000 Stunden. Billige LEDs sind hier weit von entfernt. Aber noch viel entscheidender für Ihren LED Strahler sind die verwendeten Treiber. Der Treiber (Trafo) sorgt dafür, dass die LED Chips mit der richtigen Spannung und dem richtigen Strom versorgt werden. In vielen Fällen stirbt der Treiber lange vor der Lebensdauer der Chips. Es nützt Ihnen also nichts, eine lange LED Lebenszeit zu kaufen, wenn der Treiber nicht hält, was er verspricht. Treiber sterben durch schlechte Bauteile oder aber auch durch zu hohe Temperaturen. Vertrauen Sie hier ebenfalls den Weltmarktführern, wie z.B. der Firma Mean Well. Und vertrauen Sie nur Herstellern, die die verwendeten Komponenten (LED-Chips, Treiber, Gehäuse) durch hohe Kompetenz und Erfahrung zusammenbringen und ein funktionierendes Temperaturmanagement besitzen.

MeanWell Treiber Trafo

Temperatur ist das nächste Stichwort: schlechtes Temperaturmanagement sorgt für einen vorzeitigem Tod des Leuchtmittels. Schauen Sie sich die vielfach angebotenen Strahler einmal genauer an. Häufigstes Problem: geschlossen Front! Wie soll die Luft zirkulieren und für eine Abkühlung des Strahlers sorgen? Auch LED Strahler erzeugen Wärme. Wenn diese nicht gut abgeführt wird, dann stirbt das Leuchtmittel, unweigerlich! Achten Sie daher immer auf ein gutes Temperaturmanagement.

LED Temperatur MR16 GU10 E14 E27

Abbildung: »MR16 LED Strahler  

Und nicht zu vergessen: was nützt Ihnen der beste Wille auf LED umzustellen, wenn Ihr neu gekauftes Leuchtmittel nicht in die vorhandene Fassung passt. Selbst die große Markenhersteller schaffen es z.T. nicht, hohe Lichtströme von MR16 oder GU Strahlern in einer 1:1 Bauform zu bauen. Diese Strahler sind dann häufig zu lang, zu dick, zu schwer oder eine Kombination aus mehreren schlechten Eigenschaften. Dies ist häufig einem zu schlechtem Temperaturmanagement sowie mangelnder Treiberqualität geschuldet. 1:1 Bauformen bei hohen Leistungen bedürfen einer besonderen Technik. Selbstverständlich beherrschen unsere MR16 / GU10 / E27 / E14 Strahler diese Technik, sonst würden wir es ja auch nicht schreiben, oder?

Zum guten Schluß:

Frage: wann ist eine LED "Glühlampe" eine gute LED "Glühlampe"? Antwort: wenn sie so leuchtet wie eine alte Glühlampe!  

Und wo finden Sie diese? Tja, bei uns, klar YanLED... aber sonst? Das Problem ist: fast alle heute angebotenen LED Glühlampen strahlen gerichtetes Licht aus. Hier wird dann zwar ein hoher Lichtstrom erzeugt, der aber kommt von vorne (gerichtet) aus dem Leuchtmittel. Eine Glühlampe verhält sich anders, sie strahlt rundum ab. Und jetzt sind wir wieder bei der Angabe eines Lichtstroms. Wenn 380 Lumen angegeben werden, dann ist es ein riesiger Unterschied ob dieser Lichtstrom nur vorne aus einer Lampe austritt oder rundherum. Und fast keine der angebotenen Lösungen mit opalen Abdeckungen schaffen eine Lichtverteilung a'la Glühlampe, auch wenn es sich die vielen Hersteller wünschen und in ihrer Werbung versprechen... Und noch eines: in unserer YanLED LED Glühlampe können Sie ohne Sterne zu bekommen hineinschauen. Versuchen Sie das mal bei anderen LED Glühlampen...! (Vorsicht! Warnung: Sie könnten so heftig geblendet werden, dass Sie eine Zeit lang nichts oder nur noch eingeschränkt sehen können.)  
P.S.: natürlich gibt es keine LED Glühlampen, gemeint ist hier nur die vermeintliche Funktion

1. Kaltes und unangenehmes Licht. Die Leuchte ist nicht richtig ausgeleuchtet. Diese Leuchtmittel sind überhaupt nicht mit einer alten Glühlampe zu vergleichen.
2. Alte matte Glühlampe. Angenehmes warmes Licht. Aber sie wandelte nur 1/10 ihres Verbrauchs in Licht um. Deshalb wurde sie im September 2009 verboten.
3. LED  Glühlampe Yanled. Vorteile: moderne und sparsame LED-Technik ohne Quecksilber und Blei. Gleiches Leuchtbild einer alten matten Glühbirne.

P.S.: wenn Sie industrieller Anwender sind, also z.B. LED-Hallenstrahler einsetzen wollen, dann achten Sie bitte auch hier unbedingt auf die Blendung... Die meisten Anbieter von LED Hallenstrahler bringen unnötige Leistung in Ihren Lampen, um am Boden noch Helligkeit zu erzeugen. Dies rührt durch schlechte Chips, Treiber und immer wieder schlechtes Temperaturmanagement her. Und wenn Sie eine lange Lebensdauer Ihrer LED Strahler wollen, dann kann es auch sinnvoll sein, im Falle eines Falles auch mal nur einen Treiber ersetzen zu können und nicht gleich die ganze Leuchte. Prüfen Sie Ihre Investition genau, Helligkeit schaffen einige, gutes LED-Licht dann schon weit weniger...

Erklärung und Übersetzung:

Stromstärke in Ampere (A)

elektrische Spannung in Volt (V)

elektrische Leistung in Watt (W)

elektrische Arbeit in WattStunden (Wh)

Lichtstrom in Lumen (lm)

Beleuchtungsstärke in Lux (lx)

Lichtstärke in Candela (cd)

Farbtemperatur in Kelvin (K)

Farbwiedergabe RA oder CRI (ohne Einheit, RA max. 100, CRI max. 1,0)

Angabe der Lebensdauer in Stunden: hier möchten wir mit der Vorstellung aufräumen, dass die Angabe der Lebensdauer sich auf das gesamte Produkt bezieht. Selbst wenn es von unwissenden Anbietern sogar so beworben wird, die Angabe der Lebensdauer bezieht sich immer nur auf den LED Chip! Und diese Lebensdauer wird unter Laborbedingungen und einer Messzeit von vielleicht 6.000 Stunden ermittelt.  

Effizienz Lumen/Watt (lm/W) --> lassen Sie sich hier nicht täuschen: es gibt viele Hersteller, die eine Chip Leistung pro Watt angeben. Das hört sich zwar gut an, entspricht aber nicht der Realität. Entscheidend ist das was vorne rauskommt. Und das ist immer niedriger als die reine Chip Effizienz. Zu dem lassen sich die Angaben in einem Datenblatt auch nur sehr schwer vom "normalen" Anwender kontrollieren. Werden Sie mindestens skeptisch, wenn dieser Wert im Vergleich zu ähnlichen Produkten zu hoch erscheint.

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